Eintrag Nr. 1363

„Das ist keine „Apartheid“, sondern der legitime Versuch des Staates, der Mehrheit ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen und sich selbst vor einer Überforderung durch die Minderheit zu schützen.“

„ Spahn warnt vor Inzidenz 800
Die Pandemie der Ungeimpften

Falls sich die Deltavariante des Coronavirus im aktuellen Tempo weiterverbreitet, käme Deutschland im Herbst auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von 800,warnt Gesundheitsminister Spahn. Das klingt schlimm, es ist auch schlimm – und eignet sich dennoch nicht für neue Panikmache oder als Begründung für einen neuen Lockdown. Denn die, deren Leben durch das Virus bedroht ist, sind dann durchgeimpft – falls sie sich zur Impfung durchringen.

Einepotenziell tödliche Erkrankung ist Covid19 dann nur noch für erwachsene Ungeimpfte. Die Studienlage ist eindeutig: Vakzine schützen sehr effektiv vor schweren Verläufen und reduzieren auch die Gefahr der Weitergabe des Virus drastisch. Freiheitseinschränkende Maßnahmen sind Geimpften und Genesenen da nicht mehr zumutbar.
Nicht zu leugnen aber ist das Risiko, dass das Kliniksystem im Herbst erneut an seine Grenzen stößt, weil das ungeimpfte Viertel oder Fünftel der erwachsenen Bevölkerung stark von Infektionen betroffen ist und für andere Patienten keine Intensivbetten mehr frei sind. Eine Inzidenz von 800 im Herbst entspräche einer Inzidenz von 200 im Frühjahr, als noch kaum Impfschutz bestand.

Neue Zugangsbeschränkungen, diesmal aber nur für Ungeimpfte, bleiben damit möglich. Auch Gratis-Tests werden nicht ewig vom Steuerzahler zu finanzieren sein. Das ist keineswegs die von Impfgegnern beklagte „Impfpflicht durch die Hintertür“ und erst recht keine „Apartheid“, sondern der legitime Versuch des Staates, der Mehrheit ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen und sich selbst vor einer Überforderung durch die Minderheit zu schützen."

Georg Anastasiadis
Chefredakteur Münchner Merkur / Chiemgau Zeitung
OVB Media (Interne Zeitung), 23.07.2021

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